Handelsblatt: IRAN - Sanktionen überdecken die eigene Ratlosigkeit
Angemessen, treffsicher und zielgenau sollen die neuen Iran-Sanktionen der EU sein. Doch so richtig konnte gestern nicht einmal Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklären, wer da eigentlich getroffen wird.Die ohnehin schon am Boden liegende iranische Öl- und Gasindustrie, die nicht einmal genug Benzin für das Land erzeugt? Das dürfte die Führung in Teheran wohl dazu bewegen, noch starrsinniger an ihrem umstrittenen Atomprogramm festzuhalten. Die Transportbranche? Das wird die Isolierung des Landes weiter vergrößern und die Radikalen um Präsident Ahmadinedschad stärken. Die Revolutionsgarden? Die werden sich nun noch mehr an ihre Macht klammern und Gespräche mit dem Westen erschweren.Nein, ein großer Wurf sind die neuen Sanktionen gegen das Mullah-Regime in Teheran gewiss nicht. Eher schon ein Ausdruck der Ratlosigkeit. Die USA und die EU mussten einsehen, dass sie für immer schärfere und immer umfassendere Strafen keine Mehrheit in der Uno finden. Russland und China haben der letzten Resolution des Weltsicherheitsrats Anfang Juni zwar zähneknirschend zugestimmt. Zugleich sind aber wichtige aufstrebende Länder wie Brasilien oder die Türkei aus der Sanktionsfront ausgeschert. Sie führen den Dialog mit Teheran, den der Westen bisher vergeblich beschwört.Für die Europäische Union ist dies besonders ärgerlich. Schließlich bemühen sich die Europäer schon seit Jahren um eine Verhandlungslösung – ohne Erfolg. Die ausgestreckte Hand greift ins Leere, räumt selbst Westerwelle ein. Zwar kommen nun – wie bei jeder Sanktionswelle – zunächst wieder versöhnliche Signale aus Teheran. Außenminister Mottaki möchte gleich nach der Sommerpause mit den Europäern reden. Doch gleichzeitig droht Präsident Ahmadinedschad mit harten Gegenreaktionen. Offenbar spielt die iranische Führung wieder einmal mit verteilten Rollen auf Zeit. Noch ärgerlicher ist das Ganze für die deutsche Wirtschaft. Obwohl sie ihr Iran-Engagement seit Monaten zurückfährt ... (Read more)
Section : politische Ereignisse ، Date : 2010/07/29
Neue Visagebühren
Wir geben hiermit bekannt, dass die Visagebühren sich, gemäß Richtlinien des Außenministeriums der Islamischen Republik Iran, zum 23.07.2010 geändert haben. Zusätzlich gibt es eine Änderung bei der Reisepassgebühr nicht volljährigen Personen. Diese sind von 80 € auf 40 € herabgesetzt worden. Die neue Gebührentabelle können Sie an sofort unter folgendem Link herunterladen:
WICHTIG: Ab dem o. g. Zeitpunk werden nur Anträge mit angepasster Gebühr berücksichtigt.
Section : konsularische Ereignisse ، Date : 2010/07/08
Außenminister Mottaki: Iran zu technischen Verhandlungen über Uranaustausch bereit
Istanbul (Press TV) - Nach Angaben des iranischen Außenministers Manutschehr Mottaki ist Teheran bereit, technische Verhandlungen über den Austausch von schwach angereichertem Uran gegen den Erhalt von Brennstäben aufzunehmen.
"Iran ist bereit, nach dem Fastenmonat Ramadan im September seine Atomverhandlungen mit der Gruppe 5+1 bestehend aus China, Russland, den USA, Frankreich und England sowie Deutschland zu beginnen", sagte Mottaki laut Press TV am Sonntag nach seinen Gesprächen mit den Außenministern der Türkei und Brasiliens. Die iranische Regierung werde am Montag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) per Brief ihre Bereitschaft zur Aufnahme von Verhandlungen mit der Gruppe 5 +1 über eine Urananreicherung im Ausland übermitteln.
Die Außenminister von Brasilien, der Türkei und Iran haben am Sonntag in Istanbul die Teheraner Erklärung zur Urananreicherung außerhalb Irans erörtert.
Section : politische Ereignisse ، Date : 2010/07/26
Volker Perthes im Interview mit ksta: Die großen führenden Staaten in der Region heißen heute Iran und Türkei
Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik glaubt zwar nicht, das im Nahen Osten ein Krieg unmittelbar droht. Allerdings gebe es eine Stimmung von erheblicher Spannung, betont der Politologe im Interview.Herr Perthes, ist die Stimmung im Nahen Osten ist explosiver als zuvor? Ist gar ein Krieg in Sicht?VOLKER PERTHES: Ich würde nicht sagen, dass ein Krieg unmittelbar droht. Aber es gibt eine Stimmung von erheblicher Spannung. Das ist nicht ungewöhnlich und auch nicht immer neu im Nahen Osten, aber was auffällt ist, dass wir im Augenblick keine echte Kraft haben, welche die Spannungen ausgleichen könnte oder durch Vermittlung zu lösen.Früher war die Türkei ein klassischer Vermittler. Gibt es eine Neuausrichtung des Landes?PERTHES: Die Türkei hat sich gerade mit dieser Neuausrichtung, die sie seit 2002 gewählt hat, als Vermittler im Nahen Osten verstanden und viele sinnvolle Dinge getan, etwa syrisch-israelische Verhandlungen auf den Weg gebracht. Sie sollte das auch weiter tun. Aber in den letzten Wochen, angesichts der Krise um die Gaza-Hilfsflotillen, hat sie sich von einem Mittler zu einem Teilnehmer an Konflikten verwandelt und damit auch ihr Potenzial als ehrlicher Makler verloren. Denn, um diese Rolle zu spielen, muss man eine gute Beziehung zu allen Betroffenen haben, also auch zu Israel.Bewegt sich die Türkei von Europa weg?PERTHES: Ich denke, das kann man so nicht sagen. Auf der einen Seite rückt der EU-Beitritt für die Türkei in weite Ferne, weil es Widerstand von einigen großen und einigen kleinen Mitgliedstaaten gibt. Zum anderen hat sie genug Selbstbewusstsein zu den eigenen Reformen und politischen Entwicklungen entwickelt. Sie sagt: Wir wollen nicht einfach die östliche Peripherie Europas sein, sondern sehr wohl im Zentrum einer eigenen Region, die sich um uns herum gruppiert - und dazu zählt Europa genauso wie der Nahe und Mittlere Osten. Ist der Blick einiger Regierungen im Nahen Osten verengt?PERTHES: Es gibt Regierungen, ... (Read more)
Section : politische Ereignisse ، Date : 2010/07/21
Iranische Dörfer, ihre Attraktionen und Wunder
Die menschlichen Niederlassungsorte sind unter besonderen geographischen Faktoren und unter bestimmten Bedingungen entstanden.Zu Beginn der Geschichte bildeten sich in der Regel menschliche Siedlungen an Flüssen und großen Seen oder dort, wo es gute Erde und ausreichendes Wasser gab. In Iran aber, ließen sich die Menschen tausend Jahre v. Chr. im Zentrum des iranischen Hochplateaus nieder und setzten sich mit dem Problem auseinander, wie sie an Trinkwasser gelangen und Bewässerung für ihre Felder schaffen können und somit fand die Gewinnung von unterirdischen Gewässern große Bedeutung.Die Erfindung von Ghanaten, unterirdischen Bewässerungskanälen, und deren Anwendung zur Wassergewinnung und –versorgung für ihre Wohnorte und umliegende Felder war der Hauptgrund für die Wohnsitzänderung im Zentrum des iranischen Hochplateaus.Somit führten diese neu erfundenen Wasserquellen zu neuen Wohnsiedlungen, deren Größe von dem Umfang der Wasserquelle abhängig war. Und wenn es dazu kam, dass diese Wasserversorgungsanlagen zerstört wurden, so verließ man die Wohnsitze. Aus diesem Grund hingen die Wohnsorte, deren Gestaltungsform und die Ausbreitung der Häuser und Felder stark vom Zugang zu Wasser und dessen Menge ab. Diese Abhängigkeit beeinflußte sogar die politische Macht.Iran hat wegen seiner speziellen geographischen Lage eine besondere strategische Bedeutung. Im Norden des Landes liegt der größte Binnensee der Welt; der Zugang zu den freien Gewässern im Süden und die Position des Landes als Brücke zwischen Ost und West sind und waren Gründe dafür, dass Iran immer wieder mit anderen Volksstämmen und Kulturen konfrontiert wurde, was sich auch auf die Gestaltung der iranischen Dörfer auswirkte, denn sie wollten ihre Sicherheit wahren und sich gegen andere Stämme, insbesondere nicht landwirtschaftliche Völker und Nomaden verteidigen können. Die meisten Niederlassungen im iranischen Hochplateau außer einigen Siedlungen an Flüssen, spielten eine ... (Read more)
Section : kulturelle Ereignisse ، Date : 2010/07/22
Einzigartige Iran-Bilder
Eine Dia-Show einzigartiger Iran-Bilder können Sie unter folgendem Link abrufen: